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Neutralfett-Speicherkrankheit mit Ichthyose
Eine Unterform aus der Gruppe der Neutralfett-Speicherkrankheiten, die durch die Anhäufung von Lipidvakuolen in Granulozyten (sogenannte Jordan-Anomalie im peripheren Blutausstrich) und einer Vielzahl anderer Zelltypen gekennzeichnet ist. Klinisch stehen zunächst Hautsymptome mit ichthyosiformer Erythrodermie und Schuppung im Vordergrund. Später entwickeln sich Steatosis hepatis, Hepatomegalie und Muskelschwäche. Weitere Manifestationen sind Wachstumsverzögerung, Katarakte, sensorineuraler Hörverlust, Intelligenzminderung und Darmerkrankungen.
ORPHA:98907
Klassifizierungsebene: Störung
- NLSDI
- Chanarin-Dorfman-Syndrom
- CDS
- Dorfman-Chanarin-Krankheit
- Dorfman-Chanarin-Syndrom
Prävalenz: <1 / 1 000 000
Erbgang: Autosomal-rezessiv
Manifestationsalter: Kleinkindalter, Neugeborenenzeit
Die Neutralfett-Speicherkrankheit mit Ichthyose (NLSD-I) ist sehr selten und ihre Prävalenz ist unbekannt. In der Literatur wurden etwa 150 Fälle beschrieben.
Die Säuglinge werden oft mit einer Kollodiummembran geboren und entwickeln eine ausgeprägte generalisierte ichthyosiforme Erythrodermie mit meist feiner weißer Schuppung. In mehr als der Hälfte der Fälle treten im Erwachsenenalter eine mäßige Myopathie und eine mäßige Hepatomegalie (oder eine Funktionsstörung der Leber) auf. Weitere Symptome sind intellektuelle Beeinträchtigungen, Augenanomalien (Katarakte, Retinopathie) und Hörstörungen sowie Neuropathie und Kleinwuchs.
NLSD-I wird durch biallelische Mutationen im Gen ABHD5 verursacht, das auf dem Chromosom 3p21 liegt. ABHD5 kodiert für ein Enzym, das am Abbau von Triglyceriden in der Zelle beteiligt ist. Die Störung dieses Prozesses führt zu einer Ansammlung von Lipidvakuolen in vielen Zelltypen.
Eine einfache Diagnosemethode ist ein Blutausstrich, der Lipidtröpfchen in peripheren Leukozyten (Jordan-Anomalie) sichtbar macht. Die Ansammlung von Lipidvakuolen kann auch histologisch in Biopsien aus Haut oder Muskeln nachgewiesen werden. Erhöhte Leber- und Muskelenzymwerte können in einem Bluttest festgestellt werden. Das derzeitige Standardverfahren ist eine molekulargenetische Analyse mittels Next-Generation-Sequencing des ABDH5-Gens zum Nachweis biallelischer Varianten.
Differentialdiagnosen umfassen: angeborene ichthyosiforme Erythrodermie, andere syndromale Ichthyosen, Neutralfett-Speicherkrankheit mit Myopathie (Mutationen in PNPLA2) und verschiedene mitochondriale Erkrankungen mit Akkumulation von zytoplasmatischen Triglyceriden (z. B. Defizite an Carnitin, Carnitin-Palmitoyltransferase oder Fettsäureoxidationsenzymen).
Eine pränatale Diagnose auf Basis molekulargenetischer Untersuchungen (nach Amniozentese oder Chorionzottenbiopsie) ist möglich, wenn die pathogenen Varianten imABHD5-Gen zuvor bei einem Familienmitglied identifiziert wurden.
NLSD-I gehört zum Spektrum der syndromalen Ichthyosen und wird autosomal-rezessiv vererbt. Risikopaaren (beide Partner sind Träger einer krankheitsverursachenden Mutation) sollte eine genetische Beratung angeboten werden, in der sie darüber informiert werden, dass bei jeder Schwangerschaft ein Risiko von 25 % besteht, ein betroffenes Kind zu bekommen.
Eine Ernährung mit einem hohen Verhältnis von mittelkettigen Triglyceriden zu langkettigen Triglyceriden kann vorteilhaft sein. Retinoide (Standardbehandlung bei Ichthyose) sollten aufgrund des Risikos einer Lebertoxizität mit Vorsicht angewendet werden.
Bei NLSD-I hängt der Schweregrad der Erkrankung in erster Linie vom Ausmaß der Leberbeteiligung und der Myopathie ab. Es wurden Fälle beschrieben, in denen eine Lebertransplantation erforderlich war. Der Krankheitsverlauf ist individuell unterschiedlich, verläuft jedoch relativ langsam; die meisten Patienten haben keine signifikant verkürzte Lebenserwartung.
Aktualisiert am: Dezember 2023 - Gutachter : Pr Judith FISCHER | ERN-Skin*
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