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Arthritis, idiopathische juvenile polyartikuläre, Rheumafaktor-positive

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Krankheitsdefinition

Eine seltene Form der juvenilen idiopathischen Arthritis, die durch eine distale und symmetrische Polyarthritis (mehr als 5 Gelenke) mit Vorhandensein von Rheumafaktoren und einer möglichen Entwicklung hin zu Erosionen und Gelenkzerstörung gekennzeichnet ist.

ORPHA:85435

Klassifizierungsebene: Störung

Synonym(e):
  • Polyarthritis, juvenile, Rheumafaktor-positive
  • Rheumafaktor-positive polyartikuläre JIA
  • Juvenile Polyarthritis mit Rheumafaktor

Quelle: PubMed ID 17336654 29426059 33877315

Prävalenz: 1-9 / 100 000

Erbgang: Unbekannt

Manifestationsalter: Kindesalter

ICD-10: M08.0

ICD-11: FA24.1

UMLS: C4048747

Zusammenfassung
Epidemiologie

Die Krankheit tritt weltweit auf, wobei es regionale Unterschiede gibt; die Prävalenz in der jugendlichen Bevölkerung liegt zwischen 1/10.000-350.000, die Inzidenz zwischen 1/140.000-1.000.000. In der asiatischen Bevölkerung ist die Störung weniger häufig. Überwiegend sind Frauen betroffen, wobei das Verhältnis von Frauen zu Männern bei 8-9:1 liegt.

Klinische Beschreibung

Die Krankheit ist definiert als seropositive rheumatoide Arthritis bei Erwachsenen, die in der Kindheit beginnt und etwa 10 % aller Fälle von juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) ausmacht. Die Diagnose wird häufig in der späten Kindheit/Jugend gestellt, typischerweise im Alter von 10-12 Jahren. Wie bei der rheumatoiden Arthritis des Erwachsenenalters (RA) haben die Patienten eine chronische, symmetrische, erosive polyartikuläre Arthritis. Nach der ILAR-Klassifikation müssen 5 oder mehr Gelenke betroffen sein, damit eine polyartikuläre RA-positive Erkrankung vorliegt. Außerdem müssen die Patienten laut Definition zwei positive Tests auf IgM-Rheumafaktor (RF) aufweisen. Obwohl der Nachweis von Antikörpern gegen zyklische citrullinierte Peptide (Anti-CCP) nicht zu den ILAR-Kriterien gehört, weisen Kinder mit RA im Kindesalter häufig auch Anti-CCP-Antikörper auf.

Ätiologie

Die Rheumafaktor-positive Polyarthritis ist eine entzündliche Autoimmunerkrankung, die mit einer erhöhten Lymphozytenaktivität und der Produktion von proinflammatorischen Zytokinen (IL1, IL6 und TNF alpha) einhergeht.

Diagnostische Verfahren

Die internationalen Diagnosekriterien basieren auf klinischen, biologischen und radiologischen (Gelenkerosion) Merkmalen der Erkrankung. Eine Rheumafaktor-positive Polyarthritis ist definiert als das Vorliegen einer Arthritis, die zu Beginn der Erkrankung fünf oder mehr Gelenke betrifft, und durch den Nachweis von Rheumafaktor in zwei Tests, die in den ersten sechs Monaten der Erkrankung durchgeführt werden. Ausschlusskriterien sind das Vorliegen einer systemischen Arthritis oder Psoriasis bei dem Patienten oder eine Familienanamnese für Psoriasis bei einem Elternteil oder Verwandten ersten Grades sowie HLA B27-Positivität bei Männern mit Beginn der Arthritis nach dem sechsten Lebensjahr. Weitere Ausschlusskriterien sind das Vorliegen einer ankylosierenden Spondylitis, einer Enthesitis und Arthritis, einer Sakroiliitis mit entzündlicher Enteropathie oder einer akuten anterioren Uveitis beim Patienten oder eine Familienanamnese für eine dieser Erkrankungen bei einem Elternteil oder Verwandten ersten Grades.

Differentialdiagnose

Die Differentialdiagnose sollte andere polyartikuläre Erkrankungen einschließen: Bindegewebserkrankungen (Lupus, Dermatomyositis) und hämatologische Erkrankungen (insbesondere akute Leukämie).

Management und Behandlung

Die Patienten sollten von einem multidisziplinären Team betreut werden, das über Fachwissen in den Bereichen Kinderrheumatologie, Physiotherapie, Psychologie und Kinderorthopädie verfügt. Die Behandlung basiert auf einer Kombination von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARD) und Rehabilitation. Bei Unwirksamkeit oder Unverträglichkeit können Biologika (gegen Tumornekrosefaktor (TNF)-alpha), Tocilizumab (gegen den IL6-Rezeptor) oder Abatacept (gegen die Aktivierung von T-Lymphozyten) verordnet werden. Bis zur Wirksamkeit der DMARD kann eine niedrig dosierte Kortikosteroidtherapie eingesetzt werden. Gegebenenfalls wird eine Rehabilitation angeschlossen, um Gelenkeinschränkungen oder Amyotrophie zu vermeiden. Die intraartikuläre Injektion von verzögert wirkenden Kortikoiden (Triamcinolonhexacetonid) kann bei persistierender lokalisierter Arthritis empfohlen werden.

Prognose

Eine Remission ist im Erwachsenenalter selten (10 % der Fälle). In der überwiegenden Mehrheit der Fälle bleibt die Krankheit progredient und erfordert eine Nachbehandlung. Das Risiko von Knorpel- und Knochenschäden hat sich durch den Einsatz schneller und aggressiverer Therapiestrategien deutlich verringert.

Aktualisiert am: April 2020 - Gutachter : Dr Chantal DESLANDRE
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