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Arthritis, idiopathische juvenile, systemische

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Krankheitsdefinition

Eine seltene rheumatologische Erkrankung bei Kindern, die durch das variable Auftreten von chronischer Arthritis, intermittierendem hohem Fieber, makulopapulösem Ausschlag während der Fieberschübe, Hepatomegalie und/oder Splenomegalie, Lymphadenopathie und Serositis gekennzeichnet ist.

ORPHA:85414

Klassifizierungsebene: Störung

Synonym(e):
  • sJIA
  • Still-Krankheit

Quelle: PubMed ID 25220867 17336654 35734189

Prävalenz: 1-9 / 100 000

Erbgang: Multigenetisch/Multifaktoriell, Unbekannt

Manifestationsalter: Kindesalter

ICD-10: M08.2

ICD-11: FA24.4

OMIM: 618795 604302

UMLS: C0087031

GARD: 10966

MedDRA: 10042061

Zusammenfassung
Epidemiologie

Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen in der Pädiatrie, mit einer jährlichen Inzidenz zwischen 1,6 und 23 neuen Fällen pro 100.000 Kinder. Die systemische Form der JIA macht etwa 10-20 % aller JIA-Patienten aus, wobei die Inzidenz auf 1/166.000 und die Prävalenz auf 1/32.000 in der pädiatrischen Bevölkerung geschätzt wird. In einigen Ländern ist die Häufigkeit höher; in Teilen Asiens beispielsweise kann die systemische Form der JIA bis zu 30-40 % aller JIA-Fälle ausmachen.

Klinische Beschreibung

Die Krankheit beginnt im Allgemeinen im Alter von 3 bis 5 Jahren. Zu den klinischen Symptomen gehört Fieber mit Temperaturschwankungen über einen Zeitraum von 24 Stunden und Spitzenwerten von über 39°C oder mehr. Die Fieberschübe sind mit dem vorübergehenden Auftreten eines flüchtigen makulösen Hautausschlags verbunden. Zu Beginn der Erkrankung kann jedes kleine oder große Gelenk betroffen sein, wobei der Befall nahezu symmetrisch und oligo- oder polyartikulär sein kann. Arthritis neigt dazu, im Laufe der Zeit an Schwere zuzunehmen, so dass sie erst in einem späteren Stadium der Erkrankung auftritt. Der Krankheitsverlauf ist von Person zu Person unterschiedlich und reicht von einem monozyklischen Verlauf über einen rezidivierenden, vorwiegend systemischen Verlauf bis hin zu einer progressiven Polyarthritis, die zu einer schweren und zerstörerischen Gelenkerkrankung führen kann.

Ätiologie

Die zugrundeliegenden Mechanismen und auslösenden Faktoren sind zwar noch nicht vollständig geklärt, doch spielen IL-1 und IL-6 eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Krankheit.

Diagnostische Verfahren

Die Diagnose basiert auf klinischen und biologischen Befunden bei einem Kind unter 16 Jahren mit Fieber an mindestens drei aufeinander folgenden Tagen und zwei Hauptkriterien (Arthritis und flüchtiger Hautausschlag) oder einem Hauptkriterium und zwei Nebenkriterien ((1) generalisierte Lymphknotenschwellung und/oder Hepatomegalie oder Splenomegalie, (2) Serositis, (3) Arthralgie, die zwei Wochen oder länger anhält, (4) Leukozytose > 15. 000/mm3 mit Neutrophilie) Eine sichere Diagnose erfordert den Ausschluss anderer Ursachen für die Symptome.

Differentialdiagnose

Die Differentialdiagnose ist umfangreich und umfasst bakterielle Infektionen (einschließlich okkulter bakterieller Infektionen, Brucellose, Lyme-Borreliose, Katzenkratzkrankheit, Tuberkulose und infektiöse Mononukleose), Malaria, maligne Erkrankungen (wie Leukämie, Lymphome und Neuroblastome), virale Infektionen und hereditäre rezidivierende Fiebersyndrome. Leukämie, Lymphome und Neuroblastome), virale Infektionen und hereditäre rezidivierende Fiebersyndrome, andere entzündliche Erkrankungen (z. B. systemischer Lupus erythematodes, systemische Vaskulitis, Morbus Kawasaki, Morbus Kawasaki-Beta, Kawasaki-Krankheit, Morbus Behçet, entzündliche Darmerkrankungen, Sweet-Syndrom, PFAPA, Takayasu-Syndrom, Castleman-Syndrom, rheumatisches Fieber und Polyarteritis nodosa), Bindegewebserkrankungen und periodische Fiebersyndrome.

Management und Behandlung

Die Behandlung durch ein spezialisiertes multidisziplinäres Team ist erforderlich. Die Behandlung erfolgt in der Regel zunächst mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs) und, wenn die Entzündung nicht unter Kontrolle ist, mit hochdosierten Kortikosteroiden. Die Behandlung mit Zytokininhibitoren (Anakinra, Canakinumab und Tocilizumab) hat sich als äußerst wirksam erwiesen. Außerdem können diese Medikamente dazu beitragen, die durch den Entzündungsprozess verursachten Schäden zu mildern. Generell sind Komplikationen wie das Makrophagenaktivierungssyndrom, Funktionseinschränkungen durch Arthritis und Langzeitschäden durch chronische Entzündungen nach wie vor ein großes Problem bei der Versorgung der Patienten, haben aber seit dem Einsatz der biologischen Behandlung abgenommen.

Prognose

Der Krankheitsverlauf ist lang und hat erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität. Das Risiko krankheits- oder medikamentenbedingter Komplikationen konnte durch den frühzeitigen Einsatz einer biologischen Behandlung deutlich verringert werden. Derzeit sind Osteopenie und Osteoporose, Wachstumsstörungen, erosive Arthritis und sekundäre oder reaktive Amyloidose fast verschwunden. Derzeit werden auch therapeutische Strategien mit Anakinra (einem rekombinanten IL-1-Rezeptor-Antagonisten), JAK-Inhibitoren und IL-6-Inhibitoren untersucht. In schweren Fällen, in denen diese Behandlungen oder eine hochdosierte Kortikosteroidtherapie nicht ansprechen, wird schnell eine Intensivbehandlung erforderlich.

Aktualisiert am: November 2020 - Gutachter : Dr Chantal DESLANDRE
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