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Langketten-3-Hydroxyacyl-CoA-Dehydrogenase-Mangel

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Krankheitsdefinition

Der Langketten-3-Hydroxyacyl-CoA-Dehydrogenase(LCHAD)-Mangel (LCHADM) ist eine angeborene Störung der mitochondrialen Oxidation der langkettigen Fettsäuren. Die Krankheit setzt bei den meisten Patienten im Säuglings- bis frühen Kindesalter ein, mit hypoketotischer Hypoglykämie, metabolischer Azidose, Leberfunktionsstörung, Muskelhypotonie und häufig auch mit kardialer Beteiligung (Arrhythmien und/oder Kardiomyopathie).

ORPHA:5

Klassifizierungsebene: Störung

Synonym(e):
  • Langketten-3-Hydroxyacyl-Coenzym A-Dehydrogenase-Mangel
  • LCHAD-Mangel
  • LCHADD

Quelle: PubMed ID 37754774 38501492 33638202

Prävalenz: Unbekannt

Erbgang: Autosomal-rezessiv

Manifestationsalter: Kleinkindalter, Neugeborenenzeit

ICD-10: E71.3

ICD-11: 5C52.01

OMIM: 609016

UMLS: C3711645

GARD: 6867

MedDRA: 10072653

Zusammenfassung
Epidemiologie

Weltweit beträgt die Prävalenz bei der Geburt 1/250.000. Bei Ostseeanrainern ist LCHADM häufiger: Berechnete Geburts-Prävalenz in Polen 1/120.000 und 1/20.000 in Pommern.

Klinische Beschreibung

Die meisten Patienten sind schwer betroffen. Die Krankheit beginnt in der Regel im ersten Lebensjahr. Symptome sind hypoketotische Hypoglykämie, metabolische Azidose, Muskelhypotonie, hepatische Enzephalopathie, Kardiomyopathie und Arrhythmien. Den klinischen Symptomen (oft einer hypoketotischen Hypoglykämie) gehen häufig Fasten und/oder interkurrente Krankheiten voraus. Im Verlauf bei vielen überlebenden Patienten auftretende Störungen sind chronische periphere Neuropathie und Pigmentretinopathie, Seltener sind beim LCHADM plötzlicher Herzstillstand oder plötzlicher Kindstod. Bei Schwangeren, die ein Kind mit LCHAD tragen, tritt häufig das HELLP-Syndrom (s. dort) auf.

Ätiologie

Ursache des LCHADM ist ein isolierter Mangel der Langketten-3-Hydroxyacyl-CoA-Dehydrogenase, einem Enzym im Trifunktionalen Proteinkomplex (TFP). TFP ist ein Heterooktamer mit 4 Alpha- und 4 Beta-Untereinheiten. Ursache des Mangels sind Mutationen im HADHA-Gen (2p23), das für die Alpha-Untereinheit des TFP kodiert. Die meisten LCHADM-Patienten mit europäischer Herkunft tragen die Mutation 1528G>C. Sie liegt an der katalytischen Stelle der LCHAD-Domäne der TFP-Alpha-Untereinheit.

Diagnostische Verfahren

Die Analyse der organischen Säuren im Urin ergibt eine C6-C14-Hydroxy-Dicarboxyl-Azidurie. Die Analyse der Acylcarnitine im Blut zeigt erhöhte Konzentrationen der Langketten-Hydroxy-Acylcarnitine (C14-OH, C16-OH, C18-OH und C18:1-OH). Die Diagnose wird durch Mutationsanalyse im HADHA-Gen bestätigt, häufig wird Homozygotie für 1528G>C gefunden. Die Enzymanalyse in kultivierten Fibroblasten oder in Lymphozyten zeigt einen isolierten Aktivitätsmangel der Langketten-3-Hydroxyacyl-CoA-Dehydrogenase. Ein Neugeborenenscreening für LCHADM ist verfügbar in Österreich, Tschechien, Dänemark, Deutschland, Umgarn, Island, in den Niederlanden und in Portugal.

Differentialdiagnose

Klinisch vom LCHADM nicht zu unterscheiden ist der Mangel des mitochondrialen Trifunktionalen Proteins (TFPD; s. dort). Einige Patienten erleiden einen plötzlichen Kindstod, sodass auch dieser ausgeschlossen werden muss.

Pränataldiagnostik

Eine vorgeburtliche Diagnostik ist möglich (i) bei in der Familie bekannten Mutationen durch Genanalyse und/oder (ii) durch Messung der Enzymaktivität in der Chorionzottenbiopsie.

Genetische Beratung

LCHADM wird autosomal-rezessiv vererbt. Den betroffenen Familien soll eine genetische Beratung angeboten werden.

Management und Behandlung

Zur Behandlung gehören: Striktes Einhalten einer fettarmen Diät, reduzierte Aufnahme langkettiger Fettsäuren, Substitution mit mittelkettigen Fettsäuren, Vermeiden von Fasten, wenig körperliche Belastung, wenig Aufenthalt unter extremen Umweltbedingungen. Allen Patienten soll die Möglichkeit einer Notfallbehandlung offenstehen. Schon bei ersten Anzeichen einer Dekompensation muss ärztliche Hilfe gesucht werden. Die Behandlung ist lebenslang.

Prognose

Die Prognose für Patienten mit klinisch diagnostiziertem LCHADM war im allgemeinen ungünstig. Durch frühe Erkennung und gegenwärtige Behandlungsmethoden konnte die Prognose verbessert werden, eine zunehmende Zahl der Patienten erreicht das Erwachsenenalter.

Aktualisiert am: Februar 2014 - Gutachter : Dr Simon OLPIN
Für diese Krankheit ist eine Kurzbeschreibung in den folgenden Sprachversionen verfügbar: English, Français, Español, Italiano, Português, Nederlands Suomi, Polski, Ελληνικά, Русский
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