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KID-Syndrom

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Krankheitsdefinition

Eine seltene angeborene ektodermale Erkrankung, die durch vaskularisierende Keratitis, hyperkeratotische Hautläsionen und Hörverlust gekennzeichnet ist.

ORPHA:477

Klassifizierungsebene: Störung

Synonym(e):
  • KID/HID-Syndrom
  • Senter-Syndrom
  • Ichthyosis hystrix Typ Rheydt
  • Keratitis-Ichthyose-Schwerhörigkeit-Syndrom
  • Keratitis-Ichthyosis-Hörverlust/Hystrixartige Ichthyosis-Hörverlust-Syndrom

Quelle: PubMed ID 408455 4119872 31630788

Prävalenz: <1 / 1 000 000

Erbgang: Autosomal-dominant, Autosomal-rezessiv, Nicht anwendbar

Manifestationsalter: Neugeborenenzeit

ICD-10: Q80.8

ICD-11: LD27.2

OMIM: 148210 242150 602540

UMLS: C0265336

MeSH: C536168

GARD: 3113

MedDRA: 10048786

Zusammenfassung
Epidemiologie

Weniger als 100 Fälle wurden bisher beschrieben.

Klinische Beschreibung

Die Patienten fallen meist schon bei der Geburt mit generalisiertem Erythem und ichthyosiformer Schuppung auf. Die Hautveränderungen (Erythrokeratodermie mit scharf begrenzten erythematösen und keratotischen Plaques mit verrukösem Aussehen vor allem im Gesicht, an Kopfhaut, Ohren, Ellenbogen und Knien) sind progredient. Andere Hautveränderungen bei einigen Fällen sind: Tiefe Furchen um den Mund; palmo-plantare Hyperkeratose (PPHK) mit ledriger, körniger Keratodermie; follikuläre HK am Stamm und stachelige HK (hystrix-ähnliche Ichthyose). Die Hautveränderungen sind infektionsanfällig, über seltene Fälle mit schweren, rezidivierenden Infektionen und Sepsis wurde berichtet. Häufige Symptome sind auch Nageldystrophie, Alopezie, spärliche oder fehlende Augenbrauen und Wimpern. Patienten mit KID/HID haben ein erhöhtes Risiko für Plattenepithel- und Zungenkarzinome. Die Schwerhörigkeit ist angeboren, meist sensorisch-neural und oft hochgradig. Augensymptome können bei einigen Patienten fehlen, wenn sie aber bestehen, liegt der Beginn meist in der Kindheit oder der Adoleszenz, mit Photophobie, punktförmiger Keratitis und progredienter Vaskularisierung der Kornea mit Verlust der Sehfähigkeit. Der gleichzeitige Verlust des Hör- und Sehvermögens kann eine schwere Entwicklungsverzögerung zur Folge haben. Bei einigen Fällen wurden auch zerebelläre und neuromuskuläre Defekte beschrieben.

Ätiologie

Ursache des KID/HID-Syndroms sind Mutationen im GJB2-Gens (13q11-q12) des Genproduktes Connexin-26. Ein Patient mit KID und Atrichie hatte eine Mutation im GJB6-Gen (13q12), das für Connexin-30 kodiert. Beschrieben wurden auch einige Fälle von KID-Syndrom mit elterlichem Keimzellmosaik des GJB2-Gens.

Diagnostische Verfahren

Die Verdachtsdiagnose folgt aus den dermatologischen, ophthalmologischen und audiologischen Befunden. Die histologischen Befunde (Akanthose und orthokeratotische HK) sind unspezifisch. Zum Nachweis von Kleinhirnanomalien kann MRI erforderlich sein. Die Diagnose wird durch molekulare Analyse bestätigt.

Differentialdiagnose

Differentialdiagnostisch abzugrenzen sind Krankheiten aus der Gruppe der Erythrokeratodermien, sowie das Clouston-Syndrom und die Keratosis follicularis spinulosa decalvans.

Pränataldiagnostik

Wenn bei einem Indexfall (mit generalisierter oder segmentaler Form) die ursächliche Mutation bekannt ist, kann der Familie eine vorgeburtliche Diagnose angeboten werden.

Genetische Beratung

Die meisten publizierten Fälle waren sporadisch, familiäre Fälle folgten autosomal-dominanter Vererbung. Den Familien sollte eine genetische Beratung angeboten werden. Das Wiederholungsrisiko für Kinder betroffener Eltern beträgt 50%. Segmentale Hautveränderungen können Ausdruck eines somatischen Mosaiks sein. Wegen der gleichzeitigen Möglichkeit eines Keimzellmosaiks haben Kinder ein Risiko, die generalisierte Form zu erben.

Management und Behandlung

Nur eine symptomatische Behandlung ist möglich. Die systemische Anwendung von Retinoiden bei Patienten mit KID/HID ist umstritten. Eine Reihe von Autoren empfiehlt, stattdessen die Hautmanifestationen ausschließlich topisch (milde Emollientia und Keratolytika) zu behandeln. KID/HID-Patienten sollten regelmäßig in Hinblick auf ein mögliches Schleimhautkarzinom untersucht werden. Empfohlen werden sorgfältige Augen- und HNO-Verlaufskontrollen und die Aufnahme der Patienten in Entwicklungsprogramme für kombinierten Hör- und Sehverlust. In einigen Fällen waren Cochlea-Implantate hilfreich.

Prognose

Die Prognose der Patienten mit KID/HID-Syndrom ist unterschiedlich. Zwar sind Fälle mit letalem Ausgang selten, aber die Hautveränderungen bleiben bestehen, sind oft schwerwiegend und durch rezidivierende Infektionen kompliziert, und es besteht ein erhöhtes Risiko für Schleimhautkarzinome.

Aktualisiert am: April 2009 - Gutachter : Pr Alain HOVNANIAN
Für diese Krankheit ist eine Kurzbeschreibung in den folgenden Sprachversionen verfügbar: English, Français, Español, Italiano, Português, Nederlands
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English (2013.pdf) - Eur J Hum Genet
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