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Glykogenose Typ 3
Die Glykogenose Typ 3 (Cori- oder Forbes-Krankheit, GSD3), bedingt durch den Mangel der Amylo-1,6-Glukosidase ('debranching enzyme', GDE), ist eine Form von Glykogenspeicherkrankheit mit schwerer Muskelschwäche und Hepatopathie.
ORPHA:366
Klassifizierungsebene: Störung
- Glykogenose Typ III
- Glykogen-Speicherkrankheit Typ 3
- Amylo-1,6-Glukosidase-Mangel
- Cori-Forbes-Krankheit
- Cori-Krankheit
- Forbes-Krankheit
- GDE-Mangel
- GSD Typ 3
- GSD durch Glykogen-Debranching-Enzym-Mangel
- GSDIII
- Glykogen-Speicherkrankheit durch Glykogen-Debranching-Enzym-Mangel
- Limit-Dextrinose
- Glykogen-Speicherkrankheit Typ III
- Glykogenose durch Glykogen-Debranching-Enzym-Mangel
Prävalenz: Unbekannt
Erbgang: Autosomal-rezessiv
Manifestationsalter: Kindesalter, Kleinkindalter
Die Prävalenz bei Geburt wird auf etwa 1:100.000 geschätzt, in Nordafrika ist die Krankheit evtl. häufiger.
Die Symptome setzen im frühen Kindesalter ein, mit Hepatomegalie, verzögertem Wachstum und gelegentlichen, hypoglykämiebedingten Krämpfen. Die Hepatomegalie kann sich bis zum Erwachsenenalter zurückgebildet haben. Die Muskelschwäche ist langsam progredient. Andere häufige Zeichen sind Muskelhypotonie und hypertrophe Kardiomyopathie. Während der Pubertät kommt es oft zu einer Besserung, außer bei den wenigen Fällen mit Leberzirrhose und Myopathie. Laborbefunde bei betroffenen Kindern sind Hypoglykämie ohne Azidose, Hypertriglyzeridämie und erhöhte Transaminasen-Spiegel im Blut.
Ursache des GDE-Mangels sind Mutationen im AGL-Gen (1p21). Zusammen mit der Glykogenphosphorylase ist die GDE am Katabolismus des Glykogens beteiligt. Der Enzymmangel besteht entweder in Leber und Muskel (GSD 3a) oder nur in der Leber (GSD 3b). Die Vererbung ist autosomal-rezessiv.
Die Diagnose basiert auf dem Nachweis des Enzymmangels in vitalen Leukozyten, in Fibroblasten oder einer Leber- oder einer Muskelbiopsie. Anders als bei der GSD Typ 1 (s. dort) kommt es nach Mahlzeiten zu einer Reaktion von Glukagon.
Differentialdiagnosen sind die anderen Formen der Glykogenspeicherkrankheit (s. diese Termini).
Eine vorgeburtliche Diagnostik ist durch enzymatische Messung und/oder DNA-Analyse möglich.
Die Vererbung erfolgt autosomal-rezessiv.
Die Behandlung erfolgt mit einer spezifischen Diät, bei Hypoglykämie nachts mit enteraler Ernährung über eine Nasensonde, durch häufige Mahlzeiten und durch Beigabe von ungekochter Stärke zur Nahrung. Für Patienten mit Myopathie wird auch eine proteinreiche Diät empfohlen.
Nur selten treten Komplikationen wie Leberinsuffizienz oder hepatozelluläres Karzinom auf.
Aktualisiert am: September 2009 - Gutachter : Dr Roseline FROISSART
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