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Fibrodysplasia ossificans progressiva
Die Fibrodysplasia Ossificans Progressiva (FOP) ist eine schwere, invalidisierende erbliche Erkrankung des Bindegewebes und gekennzeichnet durch angeborene Fehlbildungen der großen Zehen und progressive heterotope Ossifizierung mit qualitativ normalem Knochen an charakteristischen Stellen außerhalb des Skeletts.
ORPHA:337
Die weltweite Prävalenz ist etwa 1: 2.000.000. Alle Ethnien und geographischen Regionen und beide Geschlechter sind gleich häufig betroffen.
Kinder mit FOP erscheinen mit Ausnahme der Fehlbildung der großen Zehen (Hallux valgus, fehlgebildetes erstes Metatarsale und/oder Monophalangie) normal. Während des ersten Lebensjahrzehnts treten sporadische Episoden von schmerzhaften Anschwellungen der Weichteile (Eruptionen, sog. flare-ups) auf. Auslöser sind oft Verletzungen der Weichteile, intramuskuläre Injektionen, Virusinfektionen, Muskelzerrungen, Stürze oder Erschöpfung. Diese Eruptionen verwandeln Skelettmuskeln, Sehnen, Ligamente, Faszien und Aponeurosen in heterotopen Knochen, wodurch eine Bewegung unmöglich wird. Auch Patienten mit atypischen Formen von FOP wurden beschrieben. Sie haben entweder die klassischen Merkmale der FOP und zusätzlich eine oder mehrere atypische Symptome (z. B. aplastische Anämie, Kraniopharyngeom, kindliches Glaukom oder retardiertes Wachstum) (FOP plus) oder sie haben starke Abweichungen von einem oder beiden der zwei klassischen, die FOP definierenden Symptome (z. B. normale Großzehen oder starke Reduktionsfehlbildungen der Finger) (FOP Varianten).
Die Ursache der klassischen FOP ist eine wiederkehrende aktivierende Mutation (617G>A; R206H) im ACVR1/ALK2-Gen (2q24.1), das für den Activin A-Rezeptor Typ I/für die Activin-ähnliche Kinase 2, einem Bone Morphogenetic Protein (BMP)-Typ I-Rezeptor kodiert. Bei atypischen FOP-Patienten werden auch heterozygote ACVR1-Missense-Mutationen von konservierten Aminosäuren gefunden.
Die FOP ist eine klinische Diagnose. Einfache Röntgenaufnahmen können subtilere Veränderungen der Großzehen und heterotope Ossifikationen sichern. Genetische Tests zur Bestätigung der Diagnose sind verfügbar.
Differentialdiagnosen sind: progressive ossäre Heteroplasie, Osteosarkom, Lymphödem, Weichteilsarkome, Desmoidtumoren, aggressive juvenile Fibromatose und nicht erbliche (erworbene) heterotope Ossifikation. Die meisten Fälle von FOP sind sporadisch (nicht vererbte Mutationen). Eine kleine Zahl von Fällen trägt über die Keimbahn vererbte Mutationen. Die Vererbung ist autosomal-dominant.
Eine vorgeburtliche Diagnostik ist routinemäßig noch nicht verfügbar.
Obwohl die meisten Fälle von FOP sporadisch auftreten (nicht vererbte Mutationen), gibt es eine geringe Anzahl vererbter FOP-Fälle, die eine Keimbahnübertragung mit einem autosomal-dominanten Muster aufweisen.
Bisher gibt es keine gesicherte Behandlung, aber eine kurze viertägige Hochdosis-Korticosteroid-Therapie kann, wenn sie innerhalb der ersten 24 Stunden der Eruption begonnen wird, die starke Entzündung und das Gewebsödem, wie es in den ersten Stadien der Krankheit gesehen wird, vermindern helfen. Die Prophylaxe beruht auf der Verhütung von Stürzen (z. B. durch verbesserte Sicherheit im Haushalt und Kopfschutz), von Verschlechterung der Atmung (z.B. durch anregende (incentive) Spirometrie) und Virusinfektionen.
Die mittlere Lebensdauer beträgt 40 Jahre. Die meisten Patienten sind am Ende des zweiten Lebensjahrzehnts rollstuhlpflichtig. Die häufigste Todesursache sind Komplikationen durch die eingeschränkte Beweglichkeit des Thorax.
Aktualisiert am: März 2011 - Gutachter : Dr Kaplan FREDERICK - Dr Robert PIGNOLO - Dr Eileen SHORE
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