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Glutathionsynthetase-Mangel

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ORPHA:32

Klassifizierungsebene: Störung

Synonym(e):
  • Pyroglutaminazidurie

Prävalenz: <1 / 1 000 000

Erbgang: Autosomal-rezessiv

Manifestationsalter: Neugeborenenzeit

ICD-10: D55.1

ICD-11: 3A10.0Y

OMIM: 231900 266130

UMLS: C0398746

MeSH: C536835

GARD: 10047

MedDRA: 10079364

Zusammenfassung

Der Glutathion-Synthase-Mangel ist gekennzeichnet durch hämolytische Anämie, metabolische Azidose, und 5-Oxoprolinurie bei den leichten Formen, und durch progrediente neurologische Symptome und rezidivierende bakterielle Infekte bei den schwersten Verläufen. Weltweit wurden mindestens 70 Patienten aus mehr als 50 Familien beschrieben. Der Defekt wird autosomal-rezessiv vererbt. Mehrere Mutationen wurden im Glutathion-Synthase (GSS)-Gen (20q11.2) identifiziert. Die Glutathion-Synthase katalysiert den letzten Schritt im Syntheseweg des Glutathions, daher sind bei der Krankheit die Glutathionspiegel erniedrigt. Ursache der Azidose ist eine verminderte Feedback-Hemmung der Gamma-Glutamyl-Cystein-Synthase im Gamma-Glutamyl-Zyklus, mit Überproduktion und Speicherung von 5-Oxoprolin. Die Diagnose erfolgt in mehreren Schritten: Klinische Befunde, Nachweis der 5-Oxoprolinurie, niedrige Glutathionspiegel, erniedrigte Aktivität der Glutathion-Synthease und Mutationsanalyse im Glutathion-Synthase-Gen. Eine vorgeburtliche Diagnostik ist möglich. Andere Ursachen einer vermehrten Urinausscheidung von 5-Oxo-Prolin sind : Der 5-Oxoprolinase-Mangel (s. dort), Diät (gewisse Babynahrungen und Tomatensaft), schwere Verbrennungen, Stevens-Johnson-Syndrom (s. dort), Stoffwechseldefekte außerhalb des Gamma-Glutamyl-Zyklus [X-chromosomaler Ornithin-Transcarbamylase-Mangel, Defekte des Harnstoffzyklus, Tyrosinämie und Homozystinurie (s.dort)], Medikamente (Paracetamol, Vigabatrin, Flucloxacillin, Netilmicin), Frühgeburt, Mangelernährung, Schwangerschaft und nephropathische Zystinose. Die Behandlung besteht in der Korrektur der Azidose und der Gabe von Antioxidantien. Alle Medikamente, die beim Glukose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel hämolytische Krisen auslösen (z.B. Phenobarbital, Azetylsalizylsäure, Sulfonamide), müssen auch beim Mangel der Glutathion-Synthase vermieden werden. Eine Längsschnittstudie von 28 Patienten mit Glutathion-Synthase-Mangel ergab, dass frühe Diagnose, Korrek

tur der Azidose und früh beginnende Supplementierung mit den Vitaminen C und E die besten Prädiktoren für das Überleben und das Langzeit-Ergebnis sind.

Aktualisiert am: Januar 2007 - Gutachter : Dr Agne LARSSON - Dr Ellinor RISTOFF
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