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Ichthyose, syndromale, X-chromosomal-rezessive
Eine seltene genetisch bedingte Hauterkrankung, die zu den Verhornungsstörungen (Mendelian Disorders of Cornification; MeDOC) gehört und durch eine im Allgemeinen leichte Abschuppung der Haut in Verbindung mit extrakutanen Manifestationen als Teil eines Syndroms gekennzeichnet ist.
ORPHA:281090
Die Prävalenz der syndromalen X-chromosomal-rezessiven Ichthyose (RXLI) wird auf 1/50.000-1/150.000 geschätzt. Es sind fast ausschließlich Männer betroffen.
Zu den kutanen Manifestationen gehört eine allgemeine Schuppung der Haut, die im Allgemeinen an den Streckseiten der Gliedmaßen (vor allem der unteren Extremitäten) stärker ausgeprägt ist. Zu den nicht kutanen Manifestationen können Kryptorchismus, Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHD) und Hornhauttrübung gehören. Zu den Manifestationen aufgrund des Contiguous-Gene-Syndroms gehören neurologische Anomalien wie Epilepsie und Hyposmie, Intelligenzminderung und/oder Kleinwuchs. Dieser Mechanismus kann beim Kallman-Syndrom, beim hypergonadotropen Hypogonadismus, beim okulären Albinismus Typ 1 oder bei der hypertrophen Pylorusstenose beobachtet werden.
RLXI wird durch Deletionen im STS-Gen auf dem Chromosom Xp22.3 verursacht. STS kodiert für eine Lipidhydrolase, die an der Regulierung der Homöostase der Permeabilitätsbarriere und der Abschuppung beteiligt ist. STS-Mutationen führen zu abnormer Abschuppung, vermindertem Abbau der Korneodesmosomen und Retentionshyperkeratose.
Die Diagnose beruht auf den klinischen Anzeichen und der Familienanamnese (Hautabschilferung bei männlichen Familienmitgliedern, verzögerte Geburt). Die Diagnose wird dann durch biochemische Untersuchungen (Serumproteinelektrophorese, Bestimmung der Steroidsulfataseaktivität in Fibroblasten oder Leukozyten) und molekulare/zytogenetische Analysen (PCR, multiplexe ligationsabhängige Sondenamplifikation [MLPA], vergleichende genomische DNA-Array-Hybridisierung [CMA] und Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung [FISH]) bestätigt. Eine histologische und ultrastrukturelle Untersuchung der Haut kann zum Ausschluss von Ichthyosis vulgaris beitragen.
Zu den Differentialdiagnosen gehören die nicht-syndromale RXLI, die Ichthyosis vulgaris, die autosomal-rezessive kongenitale Ichthyose (ARCI), die sogenannte lamelläre Ichthyose, oder der multiple Sulfatasemangel.
Mütterliche Urin- und Serumsteroidmessungen können verminderte Östrogenspiegel zeigen. Daher kann RXLI in utero nachgewiesen werden, wenn der mütterliche Östriolspiegel beim pränatalen Screening gemessen wird. Bei Familien mit einer identifizierten verursachenden Mutation kann eine genetische Analyse durchgeführt werden.
XLRI wird X-chromosomal rezessiv vererbt: Es betrifft Männer und wird durch weibliche Überträgerinnen vererbt. Über weibliche Patienten wurde selten berichtet.
Die kutane Therapie besteht in der Befeuchtung und Aufweichung der Haut mit Hilfe von rückfettenden Badeölen und Weichmachern, die Feuchthaltemittel und Keratolytika (z. B. Harnstoff, Milchsäure und Glykolsäure) enthalten. Für erwachsene Patienten sind systemische Retinoide eine Option, z. B. im Winter, wenn die Ichthyose im Allgemeinen schwerer ist. Je nach den systemischen Befunden sollten zusätzliche unterstützende Behandlungen vorgeschlagen werden.
RXLI stellt eine komplexe Form der Ichthyose dar, deren Prognose von der systemischen Beteiligung abhängt (das zentrale Nervensystem und kognitive Beeinträchtigungen sind variabel). Die Schuppung kann sich mit dem Alter verbessern.
Aktualisiert am: Dezember 2022 - Gutachter : Dr Ángela HERNÁNDEZ MARTÍN
: erstellt/empfohlen von ERN
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