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Glykogenose durch Leberphosphorylasekinasemangel

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Krankheitsdefinition

Die Glykogenspeicherkrankheit (GSD) durch Leber-Phosphorylasekinase (PhK)-Mangel ist ein benigner angeborener Defekt im Glykogenstoffwechsel und gekennzeichnet durch Hepatomegalie, retardiertes Wachstum und durch im Kindesalter leicht verzögerte motorische Entwicklung. Es ist die häufigste Form der GSD mit PhK-Mangel.

ORPHA:264580

Klassifizierungsebene: Störung

Synonym(e):
  • GSD Typ 9A
  • GSD Typ 9C
  • GSD Typ IXc
  • GSD durch Leberphosphorylasekinasemangel
  • GSD type IXa
  • Glykogen-Speicherkrankheit Typ 9A
  • Glykogen-Speicherkrankheit Typ 9C
  • Glykogen-Speicherkrankheit Typ IXa
  • Glykogen-Speicherkrankheit Typ IXc
  • Glykogenose Typ 9A
  • Glykogenose Typ 9C
  • Glykogenose Typ IXa
  • Glykogenose Typ IXc
  • XLG

Prävalenz: Unbekannt

Erbgang: Autosomal-rezessiv, X-chromosomal-rezessiv

Manifestationsalter: Kindesalter

ICD-10: E74.0

ICD-11: 5C51.3

OMIM: 306000 613027

UMLS: C3694529

Zusammenfassung
Epidemiologie

Die Prävalenz bei Geburt wird auf 1:100.000 geschätzt.

Klinische Beschreibung

In der Regel fallen die Patienten im frühen Kindesalter mit Hepatomegalie, verzögertem Wachstum und leichtem Rückstand der motorischen Entwicklung auf. Das Ausmaß der fasteninduzierten Hypoglykämie und Hyperlipidämie ist unterschiedlich, meist aber mild. Erwachsene sind in der Regel frei von Symptomen. In seltenen Fällen mit X-chromosomaler Vererbung wurden volle Wangen und Osteopenie beschrieben. Fälle mit autosomal-rezessiver Vererbung haben ein erhöhtes Risiko für Leberzirrhose auf dem Boden einer Fibrose.

Ätiologie

Die Phosphorylasekinase aktiviert die Glykogenphosphorylase und ist ein Enzym mit einer Schlüsselrolle in der Regulation der Glykogenolyse. Sie besteht aus jeweils vier Kopien von vier Untereinheiten (Alpha, Beta, Gamma, Calmodulin), die von unterschiedlichen Genen auf unterschiedlichen Chromosomen kodiert und in verschiedenen Geweben unterschiedlich exprimiert werden. Der häufigste Typ der GSD durch Leber-PhK-Mangel ist der X-chromosomal-rezessive Typ (XLG), der durch Mutationen im PHKA2-Gen (Xp22.13) verursacht ist. Dieses Gen kodiert für die leberspezifische Alpha-Untereinheit der PhK. Der Enzymmangel wird entweder in Leberzellen und Erythrozyten exprimiert (Subtyp XLG1) oder nur in Leberzellen (Subtyp XLG2). Beide Subtypen sind durch Mutationen in der gleichen Untereinheit verursacht. Ursache des autosomal-rezessiven Typs sind Mutationen im PHKG2-Gen (16p12.1-p11.2), das für die leberspezifische Gamma-Untereinheit der PhK kodiert. Mit allen diesen Mutationen führt der PhK-Mangel in der Leber zur Speicherung von Glykogen.

Diagnostische Verfahren

Die Diagnose erfolgt im Labor durch Messung der PhK-Aktivität in Blutzellen oder in einer Leberbiopsie. Einige Patienten haben in den Erythrozyten eine normale PhK-Aktivität (XLG2-Variante). Der Serumtransaminase-Spiegel kann erhöht sein. Die molekulare Analyse ist hilfreich bei der Etablierung oder Sicherung der Diagnose.

Differentialdiagnose

Differentialdiagnosen sind andere Glykogenspeicherkrankheiten, z.B. der Leber-Phosphorylase-Mangel (GSD Typ VI), der Glykogen- debranching enzyme-Mangel (GSD Typ III) und der Glukose-6-Phosphatase-Mangel (GSD Typ I) (s. diese Termini).

Management und Behandlung

Die meisten Patienten benötigen keine spezifische Therapie. Die Hypoglykämie kann durch geeignete diätetische Maßnahmen (häufige kohlehydratreiche Mahlzeiten, Supplemente aus ungekochter Stärke) kontrolliert werden.

Prognose

Der klinische Verlauf ist gutartig: Die Patienten erreichen als Erwachsene ihre normale Körpergröße und ein normales Gewicht. Die Lebenserwartung ist normal.

Aktualisiert am: Mai 2011 - Gutachter : Dr Roseline FROISSART - Pr Philippe LABRUNE
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