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Moyamoya-Krankheit
Die Moyamoya-Krankheit (MMD) ist eine seltene intrakranielle Arteriopathie, bei der es zu einer fortschreitenden Verengung des zerebralen Gefäßsystems an der Hirnbasis kommt, die transitorische ischämische Attacken oder Schlaganfälle verursacht.
ORPHA:2573
Klassifizierungsebene: Störung
- Moyamoya-Krankheit, idiopathische
Quelle: PubMed ID 25733922
Prävalenz: 1-9 / 1 000 000
Erbgang: Autosomal-dominant, Autosomal-rezessiv, Multigenetisch/Multifaktoriell, X-chromosomal-rezessiv
Manifestationsalter: Alle Altersgruppen
Die Inzidenz der MMD ist in der asiatischen Bevölkerung am höchsten, aber MMD tritt auch in vielen anderen ethnischen Gruppen auf. Die Inzidenz reicht von 1/280.000 bis 1/89.000 in Japan und China bis zu 1/1.100.000 in den USA. Die Prävalenz in Japan wird auf 1/30.000-1/9.500 geschätzt.
Es gibt zwei Altersgruppen, in denen die Inzidenz am höchsten ist: Kleinkinder (5-9 Jahre) und Erwachsene (Mitte 40). Der Befall ist in der Regel bilateral, es werden aber auch unilaterale Fälle berichtet. Die Krankheitsmanifestationen sind sehr unterschiedlich. Einige Betroffene bleiben asymptomatisch, andere entwickeln vorübergehende Anfälle, wieder andere schwere neurologische Defizite infolge von Infarkten oder Blutungen. Blutungen treten bei Kindern weniger häufig auf. Zu den weiteren Symptomen gehören Kopfschmerzen, Schwindel, Krampfanfälle und Chorea. Einige Patienten weisen eine Intelligenzminderung auf. Der Verlauf ist ebenfalls sehr unterschiedlich, aber im Allgemeinen progressiv. Der Begriff MMD wird verwendet, wenn es keine Ursache gibt, und der Begriff Moyamoya-Syndrom (MMS), wenn die Krankheit mit anderen Krankheiten assoziiert ist (Sichelzellenanämie, Neurofibromatose; siehe diese Begriffe).
Die Ätiologie der MMD ist derzeit nicht bekannt, man geht jedoch davon aus, dass es sich um eine multifaktorielle Erkrankung handelt, bei der genetische Determinanten eine Rolle spielen. In Japan gibt es bei etwa 15 % der Patienten eine familiäre Vorbelastung. Bei einigen Patienten wurden Mutationen im RNF213 (17q25.3)-Gen gefunden, aber ihre pathogene Rolle bleibt unklar. Die intrakranielle Vaskulopathie, die mit Mutationen des ACTA2-Gens (10q23.31) assoziiert ist, wird als MMS bezeichnet, weist jedoch besondere angiografische Merkmale auf, darunter die Dilatation der proximalen ICAs, einen abnorm geraden Verlauf der intrakraniellen Arterien und das Fehlen der typischen Moyamoya-Kollateralgefäße.
Die Diagnose der MMD kann schwierig sein, nicht nur weil sie selten ist sondern auch weil die Anzeichen und Symptome nicht charakteristisch sind. Die Diagnose wird anhand der klinischen Präsentation und der bildgebenden Befunde vermutet. Die zerebrale Angiographie ist die Standardmethode zur Bestätigung der Diagnose. Die Moyamoya-Krankheit betrifft vor allem die supraclinoiden inneren Karotisarterien und ihre proximalen Äste. Der Begriff Moyamoya bedeutet im Japanischen "Rauchwolke" und bezieht sich auf das Auftreten abnormaler Gefäßnebengefäße in der Angiographie, die sich neben den verengten Gefäßen entwickeln. Auch die Magnetresonanzangiographie (MRA) kann eingesetzt werden.
Die MMD kann sich isoliert entwickeln, kann aber auch mit anderen Krankheiten assoziiert sein, wenn sie als MMS bezeichnet wird: typische angiographische MMD-Merkmale, die mit anderen Krankheiten assoziiert sind, z. B. Sichelzellenanämie, Down-Syndrom, Neurofibromatose Typ 1und viele andere.
In betroffenen japanischen Familien ist ein autosomal-dominanter Erbgang mit unvollständiger Penetranz beschrieben worden. Andere vorgeschlagene Muster umfassen autosomal-rezessive, X-chromosomal-rezessive oder multifaktorielle Vererbung.
Für die MMD gibt es keine spezifische Behandlung, die das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten oder die intrakranielle Arteriopathie umkehren könnte. Die medikamentöse Therapie wird hauptsächlich eingesetzt, um Krankheitskomplikationen wie Schlaganfällen und transitorischen ischämischen Attacken entgegenzuwirken, die Symptome zu lindern und eine kognitive Verschlechterung zu verhindern. Nach den Anfällen können physikalische, ergotherapeutische und sprachtherapeutische Maßnahmen erforderlich sein. Chirurgische Revaskularisierungsverfahren zur Wiederherstellung der Hirndurchblutung mit direkten, indirekten oder kombinierten Techniken wurden ebenfalls angewandt und scheinen das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls und möglicherweise einer kognitiven Dysfunktion zu verringern. Die Indikation und der Zeitpunkt der Operation sind nach wie vor umstritten.
Eine frühzeitige Erkennung und angemessene Behandlung verbessern die langfristigen Ergebnisse. Die Prognose hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Die Mortalitätsrate wird für Erwachsene auf etwa 5 % und für Kinder auf 2 % geschätzt. Die Haupttodesursache sind Blutungen.
Aktualisiert am: April 2015 - Gutachter : Dr Karin KLIJN
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