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Kawasaki-Krankheit

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Krankheitsdefinition

Seltene entzündliche Erkrankung, die durch eine akute fieberhafte, systemische, selbstlimitierende Vaskulitis der mittleren Gefäße gekennzeichnet ist und hauptsächlich Kinder betrifft. Sie verursacht häufig eine akute Koronararteriitis, die mit koronararteriellen Aneurysmen (CAA) assoziiert ist, die unbehandelt lebensbedrohlich sein können.

ORPHA:2331

Klassifizierungsebene: Störung

Synonym(e):
  • Mukokutanes Lymphknotensyndrom
  • Kawasaki-Syndrom

Prävalenz: Unbekannt

Erbgang: Multigenetisch/Multifaktoriell

Manifestationsalter: Jugendalter, Erwachsenenalter, Kindesalter, Kleinkindalter

ICD-10: M30.3

ICD-11: 4A44.5

OMIM: 611775

UMLS: C0026691

MeSH: D009080

GARD: 6816

MedDRA: 10023320

Zusammenfassung
Epidemiologie

Obwohl weltweit über die Kawasaki-Krankheit (KD) berichtet wurde, ist sie besonders stark in der asiatischen Bevölkerung vertreten. In Europa liegt die jährliche Inzidenz bei Kindern unter 5 Jahren zwischen 1/6.500-20.500. Die Krankheit ist die häufigste Ursache für erworbene Herzkrankheiten bei Kindern in entwickelten Ländern.

Klinische Beschreibung

Das mediane Alter des Krankheitsbeginns liegt bei 2 Jahren (wobei 75% der Patienten unter 5 Jahre alt sind). Fieber (über 39 Grad C), das länger als 5 Tage anhält, wenn es unbehandelt bleibt, ist eine Konstante. Kinder sind in der Regel sehr reizbar. Weitere typische Manifestationen der KD sind Extremitätenveränderungen (Erythem und Ödeme an Handflächen und Fußsohlen, die sich nach 2-3 Wochen abschuppt, meist in der subakuten Phase), polymorpher Hautausschlag (makulopapulöser, urtikarieller oder scarlatiniformer Ausschlag), Lymphadenopathie (zervikal, oft einseitig, größer als 1. 5 cm Durchmesser), nicht-exsudative bilaterale Bindehautentzündung und Beteiligung der Lippen und der Mundschleimhaut (Erythem, Erdbeerzunge, Lippenrisse). Die CAA ist eine lebensbedrohliche Komplikation, die in der Regel in der subakuten Phase (6 bis 8 Wochen nach Ausbruch) bei 20-35% der unbehandelten Kinder auftritt. Eine Regression der Riesen-CAA (größer als 8 mm) ist sehr unwahrscheinlich, während kleinere Dilatationen in der Regel vorübergehend sind. Zu den atypischen Manifestationen gehören Myokarditis, Perikarditis, Klappeninsuffizienz, Hepatitis, Durchfall, Bauchschmerzen, Hydrops der Gallenblase, Arthralgie, Arthritis, Myalgie, aseptische Meningitis, sensorineurale Schwerhörigkeit, Urethritis und sterile Pyurie. KD ist ein Risikofaktor für ischämische Herzerkrankungen im Erwachsenenalter.

Ätiologie

Die Ätiologie ist unbekannt, aber es wurden mehrere Theorien zur Pathologie vorgeschlagen (z.B. Infektion durch einen Toxin-sekretierenden Mikroorganismus und einen Superantigen-getriebenen Prozess). Die Genetik scheint eine große Rolle zu spielen, und die Krankheit ist in asiatischen Bevölkerungen viel häufiger. Genomweite Studien haben Einzelnukleotid-Polymorphismen identifiziert, die möglicherweise mit einer erhöhten Anfälligkeit für die Krankheit und ihre Komplikationen assoziiert sind.

Diagnostische Verfahren

Die Diagnose ist klinisch. Eine vollständige KD wird durch Fieber und 4/5 der klinischen Standardkriterien definiert (Extremitätenveränderungen, polymorpher Hautausschlag, Bindehautinjektion, Veränderungen der Lippen und der Mundhöhle sowie zervikale Lymphadenopathie von mehr als 1,5 cm Durchmesser). Eine unvollständige KD kann bei lang anhaltendem Fieber, 2-3/5 Standardkriterien und spezifischen Anzeichen einer koronaren Erkrankung, insbesondere der CAA, diagnostiziert werden, wenn andere Ursachen einer koronaren Vaskulitis ausgeschlossen werden. Laborbefunde (erhöhte Entzündungsmarker und Leberenzyme, Neutrophilie und Thrombozytose) sind zwar unspezifisch, aber unterstützend. Bei der Diagnose müssen die Patienten mittels transthorakaler Echokardiographie auf eine koronare Beteiligung untersucht werden.

Differentialdiagnose

Die Differentialdiagnose umfasst Autoimmun- und autoinflammatorische Erkrankungen (z.B. systemisch einsetzende JIA), bakterielle Infektionen (d.h. bakterielles toxisches Schocksyndrom, Leptospirose, Adenophlegmon), virale Infektionen (d.h. Masern, Enterovirus, Epstein-Barr-Virus) sowie Toxin- oder Arzneimittelreaktionen.

Management und Behandlung

Die frühzeitige Verabreichung von intravenösem Immunglobulin (IVIg) reduziert die Rate koronarer Anomalien auf weniger als 5% der Patienten. IVIg wird in einer Einzeldosis von 2 g/kg vor dem 10. Tag des Ausbruchs verabreicht, bei anhaltender Entzündung auch später. Bei Versagen der Behandlung können eine erneute Verabreichung des IVIg, Kortikosteroide, Anakinra und Infliximab als Zweitlinienbehandlung in Betracht gezogen werden. Aspirin (30-50 mg/kg/Tag) wird gewöhnlich in der fiebrigen Phase verabreicht, gefolgt von niedrigen Dosen (Thrombozytenaggregationshemmer) (3-5 mg/Tag) über 6-8 Wochen. Nach der Diagnose wird die koronare Beteiligung nach 2 Wochen und 6-8 Wochen mittels transthorakaler Echokardiographie überwacht.

Prognose

Unkomplizierte Fälle überwinden die Krankheit ohne Folgen, während Patienten mit persistierender CAA ein Risiko für größere kardiovaskuläre Ereignisse haben und ihr langfristiger Ausgang durch eine vorzeitige ischämische Herzerkrankung kompliziert sein kann.

Aktualisiert am: Februar 2020 - Gutachter : Dr Caroline GALEOTTI - Pr Isabelle KONE-PAUT
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