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Ichthyosis follicularis-Alopezie-Photophobie-Syndrom
Ichthyosis follicularis - Alopezie - Photophobie (IFAP), eine seltene genetische, X-chromosomal vererbte Erkrankung, ist gekennzeichnet durch die Trias Ichthyosis follicularis, Alopezie und Photophobie.
ORPHA:2273
Klassifizierungsebene: Störung
- IFAP-Syndrom
- Ichthyosis follicularis-Atrichie-Photophobie-Syndrom
Prävalenz: <1 / 1 000 000
Erbgang: Autosomal-dominant, Nicht anwendbar, X-chromosomal-rezessiv
Manifestationsalter: Kleinkindalter, Neugeborenenzeit
Die Prävalenz ist nicht bekannt. Bisher wurden etwa 40 Fälle beschrieben. In erster Linie ist das männliche Geschlecht betroffen. Weibliche Überträgerinnen können einige Symptome aufweisen.
Bei allen Patienten bestehende Symptome sind: Angeborene follikuläre Ichthyose, Alopezie, fehlende Augenbrauen und Wimpern und (im ersten Lebensjahr, im Kleinkind- oder im frühen Kindesalter auftretende) Photophobie. Merkmal der Ichthyosis follicularis sind ausgedehnte nicht-entzündliche dornartige Follikelauswüchse. Dyskeratotische Papeln sind symmetrisch verteilt und am stärksten auf der Kopfhaut und den Streckseiten der Extremitäten ausgeprägt. Ein weiteres klassisches Symptom ist die nicht-narbige vollständige Haarlosigkeit (Atrichie) des Körpers. Bei Neugeborenen können in unterschiedlichem Ausmaß Kollodium-Membranen bestehen. Psoriatiforme Plaques, Cheilitis der Mundwinkel, Nagelbettentzündung, Nageldystrophie, Hypohidrose und atopisches Ekzem sind weitere mögliche Symptome. Handflächen und Fußsohlen sind in der Regel nicht beteiligt. Oberflächliche Ulzera der Kornea führen zu deren fortschreitender Vernarbung. Die unbarmherzig fortschreitende Vaskularisation der Kornea hat bei männlichen Patienten den Visusverlust zur Folge. Berichtet wurde auch über atopische Entzündung von Kornea und Konjunktiva, chronischen Tränenfluss, Katarakt, horizontalen Nystagmus, Astigmatismus und Myopie. Bei einigen wenigen Patienten wurden leichtes bis schweres intellektuelles Defizit, Kleinwuchs, Mikrozephalie, Krampfanfälle, Dysmorphien (Balkonstirn, große Ohren), Choanen-Atresie, Spalthand, Anomalien des Darmtraktes (Omphalozele, Hirschsprung-Krankheit/kongenitales aganglionäres Megakolon (s. diese Termini), Dünndarmstenose, Inguinalhernie), sowie Anomalien der Nieren, des Herzens und der Wirbel beschrieben. Rezidivierende Infektionen sind häufig. Bis auf seltene Fälle mit Kryptorchismus oder Hypospadie sind die äußeren Genitalien in der Regel normal. Überträgerinnen können leichtere Symptome zeigen (den Blaschko-Linien folgende Hyperkeratosen, asymmetrische Verteilung der Körperhaare, fleckförmige Alopezie).
Ursache der Erkrankung sind Mutationen im MBTPS2-Gen (Xp22.12-p22.11), mit der Folge einer Störung der Cholesterin-Homöostase und der Stressantwort des endoplasmatischen Retikulums.
Zur Diagnose führen das klinische Bild und die Analyse des MBTPS2-Gens.
Differentialdiagnosen sind das Dermo-trichale Syndrom, die Hereditäre Muko-epitheliale Dysplasie, das KID-Syndrom (Keratitis - Ichthyose - Taubheit) und die Keratosis follicularis decalvans (s. diese Termini).
Eine pränatale Diagnose des IFAP-Syndroms ist (bei bekannter MBTPS2-Mutation) durch DNA-Analyse möglich, durch Ultraschall kann das Syndrom nicht erkannt werden.
Neben der in der Regel X-chromosomalen Vererbung (auch Neumutationen sind möglich) wurden auch einige Falle mit autosomal-dominanter Vererbung beschrieben.
Die follikuläre Hyperkeratose kann mit topischen Keratolytika, Emollentien und Harnstoffpräparaten behandelt werden. Einige Patienten zeigten eine moderate Antwort auf Behandlung mit dem Retinoid Acitretin. Essentiell ist die intensive Feuchthaltung der Augenoberfläche. Die Vaskularisation der Kornea kann durch topische Kortikosteroide nicht beeinflusst werden.
Die Prognose ist unterschiedlich. Einige Patienten sterben als Neugeborene, andere haben eine normale Lebenserwartung.In den meisten Fällen führt der Visusverlust zum Verlust der Autonomie. Hauptsächliche Todesursache sind Komplikationen von Seiten des Herzens und der Lungen.
Aktualisiert am: August 2011 - Gutachter : Pr André MEGARBANE
: erstellt/empfohlen von ERN
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