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Narkolepsie Typ 1
Eine seltene neurologische Erkrankung, die durch übermäßige Tagesmüdigkeit in Verbindung mit unkontrollierbarem Schlafbedürfnis und Kataplexie (plötzlicher Verlust des Muskeltonus im Wachzustand, oft ausgelöst durch angenehme Gefühle) gekennzeichnet ist.
ORPHA:2073
Klassifizierungsebene: Störung
- Gélineau-Krankheit
- Hypocretin/Orexin-Mangel
- Narkolepsie mit Kataplexie
Prävalenz: 1-5 / 10 000
Erbgang: Unbekannt
Manifestationsalter: Jugendalter, Erwachsenenalter, Kindesalter
Die Prävalenz der Narkolepsie Typ 1 wird auf 1/2.000 bis 1/5.000 geschätzt.
Das Erkrankungsalter schwankt zwischen 10 und 30 Jahren, und die Symptome treten lebenslang auf. Der durchschnittliche Zeitraum zwischen dem Auftreten der Symptome und der Diagnose ist mit 10 Jahren immer noch sehr lang. Weitere, nicht spezifische klinische Anzeichen sind hypnagoge Halluzinationen, Schlaflähmung, gestörter Nachtschlaf und Gewichtszunahme, insbesondere bei Kindern.
Die Krankheit ist auf einen Verlust oder eine Beeinträchtigung der Orexin-/Hypocretin-Neuronen des lateralen Hypothalamus zurückzuführen, was zu einem verminderten Hypocretin-1-Spiegel im Liquor führt. Es wird vermutet, dass die Krankheit durch eine Autoimmunerkrankung ausgelöst wird, insbesondere durch Umweltfaktoren im Zusammenspiel mit Anfälligkeitsgenen (mehr als 98 % der Patienten tragen das HLA-DQB1*0602-Allel); dies ist jedoch nicht bewiesen.
Die endgültige Diagnose erfordert das Vorhandensein klinischer Symptome, charakteristischer polysomnographischer Befunde und/oder niedriger Hypocretin-1-Spiegel in der Rückenmarksflüssigkeit. Polysomnografische Untersuchungen am Tag und in der Nacht zeigen eine durchschnittliche Schlaflatenz von weniger als acht Minuten mit mindestens zwei Perioden schneller Augenbewegungen zu Beginn des Schlafes (SOREMP) bei mehreren Schlaflatenztests. Das Vorhandensein niedriger Hypocretin-1-Spiegel (<110 pg/ml) im Liquor kann die Diagnose mit ausgezeichneter Empfindlichkeit und Spezifität bestätigen.
Die Kataplexie muss typisch sein, damit die Diagnose sicher gestellt werden kann. Liegt keine typische Kataplexie vor, müssen andere Ursachen für die Schläfrigkeit in Betracht gezogen werden, z. B. chronisch unzureichender Schlaf, idiopathische Hypersomnie oder Narkolepsie ohne Kataplexie, die heute als Narkolepsie Typ 2 bezeichnet wird.
Es wurde über seltene familiäre Fälle berichtet (<2%); die Art der Vererbung ist jedoch unklar.
Die Behandlung erfolgt heute nur noch symptomatisch, da der Verlust der Orexin-Neuronen irreversibel ist. Sie umfasst Stimulanzien (Modafinil, Methylphenidat, Amphetamin, Pitolisant, Solriamfetol), Antikataplektika (Antidepressiva) oder Natriumoxybat. Die Erstbehandlung der Tagesschläfrigkeit erfolgt häufig mit Modafinil, kann aber auch mit Pitolisant oder Natriumoxybat erfolgen. Die Zweitlinienbehandlung besteht aus Methylphenidat, Solriamfetol oder Amphetaminen. Natriumoxybat ist wirksam bei Schläfrigkeit, Kataplexie und gestörtem nächtlichen Schlaf. Eine gute Schlafhygiene mit regelmäßigen kurzen Nickerchen und regelmäßigen Schlafgewohnheiten wird immer empfohlen.
Narkolepsie kann die schulischen und beruflichen Leistungen stark beeinträchtigen. Die Entwicklung der Krankheit ist oft stabil mit einer häufigen Verbesserung der Schläfrigkeit und Kataplexie, aber mit dem Alter kommt es zu einer Verschlimmerung der schlechten Qualität des Nachtschlafs.
Aktualisiert am: November 2020 - Gutachter : Dr Lucie BARATEAU - Pr Yves DAUVILLIERS
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