Startseite > Seltene Krankheiten > Suche

Suche Krankheit

*
(*) Pflichtfeld

Dyskeratosis congenita

Kommentar
Your message has been sent Your message has not been sent. Please contact an administrator.
Krankheitsdefinition

Ein seltenes Syndrom aus der Gruppe der ektodermalen Dysplasien, das sich häufig mit der klassischen Trias aus Nageldysplasie, Hautpigmentveränderungen und oraler Leukoplakie präsentiert, verbunden mit einem hohen Risiko für Knochenmarkversagen (BMF) und Krebs.

ORPHA:1775

Klassifizierungsebene: Störung

Synonym(e):
  • DC
  • DKC
  • Zinsser-Engman-Cole-Syndrom

Quelle: PubMed ID 32930426 37593443 35328050

Prävalenz: 1-9 / 1 000 000

Erbgang: Autosomal-dominant, Autosomal-rezessiv, X-chromosomal-rezessiv

Manifestationsalter: Jugendalter, Erwachsenenalter, Kindesalter, Kleinkindalter, Neugeborenenzeit

ICD-10: Q82.8

ICD-11: 3A70.0

OMIM: 620040 620133 127550 224230 305000 613987 613988 613989 613990 615190 616353

UMLS: C0265965

MeSH: D019871

GARD: 10905

MedDRA: 10062759

Zusammenfassung
Epidemiologie

Die genaue Prävalenz der Dyskeratosis congenita (DC) ist nicht bekannt. Weltweit sind mehr als 400 Familien beschrieben.

Klinische Beschreibung

DC zeigt ein breites phänotypisches Spektrum mit variablem Krankheitsbeginn. Es manifestiert sich klassischerweise in der Kindheit mit der Trias aus dysplastischen Nägeln, netzförmiger Hyperpigmentierung und Atrophie der Haut im Bereich des Halses und der oberen Brust sowie oraler Leukoplakie. Die Patienten haben ein hohes Risiko für ein progressives Knochenmarksversagen und können in jedem Alter ein myelodysplastisches Syndrom oder eine akute myeloische Leukämie entwickeln (das Risiko steigt mit dem Alter). Es besteht zudem ein erhöhtes Risiko für solide Tumore, typischerweise Plattenepithelkarzinome des Kopfes und Halses oder Anogenitalkrebs. Weitere klinische Befunde wurden berichtet und umfassen: Entwicklungsverzögerung, Kleinwuchs, Mikrozephalie, Blepharitis, Epiphora, Parodontalerkrankung, Taurodontismus, vermindertes Zahnkronen/Wurzel-Verhältnis, Ösophagusstenose, Urethrastenose, Osteoporose, avaskuläre Nekrose von Femur und/oder Humerus, vorzeitiges Ergrauen der Haare/Alopezie oder abnorme Wimpern. Patienten mit DC können auch Lungenfibrose, pulmonale arteriovenöse Fehlbildungen, gastrointestinale Teleangiektasien und Lebererkrankungen entwickeln. Es ist wichtig zu beachten, dass die klinischen Merkmale der DC mit der Zeit fortschreiten und dass möglicherweise nicht alle Merkmale, einschließlich der mukokutanen Triade, vorhanden sind.

Ätiologie

DC wird durch Keimbahnmutationen in Genen verursacht, die für die Telomerbiologie wichtig sind. De novo-Fälle kommen ebenfalls vor. Die X-chromosomal-rezessive DC ist auf Mutationen in DKC1 (Xq28) zurückzuführen. Die mit DC assoziierten autosomal-dominanten Gene sind TERC (3q26.2), TERT (5p15.33), TINF2 (14q12), RTEL1 (20q13.3), PARN (16p13.12) und ACD (16q22.1). Zu den autosomal-rezessiven Genen gehören TERT (5p15.33),NHP2 (5q35.3), NOP10 (15q14-q15), RTEL1 (20q13.3), WRAP53 (17p13.1), ACD (16q22.1). Mutationen in den Genen i>CTC1 (17p13.1), POT1 (7q31.33) und STN1 (10q24.33) sind seltene Ursachen für DC.

Diagnostische Verfahren

Die Diagnose sollte in Betracht gezogen werden, wenn mindestens 2 Merkmale der Triade vorhanden sind oder ein Merkmal zusätzlich zu zwei anderen primären klinischen Befunden. Die klinische Diagnose kann durch einen Telomerlängentest mittels Multicolor-Durchflusszytometrie-Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (flow-FISH) und einen Gentest bestätigt werden.

Differentialdiagnose

Zu den Differentialdiagnosen gehören Powell-Venencie-Gordon-Syndrom, Nagel-Patella-Syndrom, autosomal-dominante Nageldysplasie, Poikilodermie mit Neutropenie, Fanconi-Anämie, Diamond-Blackfan-Anämie, Shwachman-Diamond-Anämie, idiopathische aplastische Anämie, idiopathische Lungenfibrose, Coats-Plus-Syndrom (s.jeweils dort).

Pränataldiagnostik

Bei familiärer Vorbelastung kann eine pränatale genetische Diagnostik durch Chorionzottenbiopsie oder Präimplantationsdiagnostik zur Verfügung stehen.

Genetische Beratung

Die Krankheit kann X-chromosomal-rezessiv (XLR), autosomal-dominant (AD) oder autosomal- rezessiv (AR) vererbt werden.

Management und Behandlung

Das Management umfasst regelmäßige vollständige klinische Untersuchungen. Bis heute ist die hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSCT) die einzige Heilung für BMF. Eine Androgentherapie kann zuerst in Betracht gezogen werden, wenn kein verwandter Spender verfügbar ist. Die Behandlung des Krebses erfolgt mit individualisierten Chemotherapie- und Strahlentherapieschemata.

Prognose

Die Lebenserwartung reicht vom Säuglingsalter bis weit in das siebte Lebensjahrzehnt. Bei etwa 40 % der Patienten tritt bis zum 40. Lebensjahr ein BMF auf. Zu den Hauptursachen der Morbidität gehören BMF, Krebs und pulmonale Komplikationen.

Aktualisiert am: August 2019 - Gutachter : Dr Sharon SAVAGE
Für diese Krankheit ist eine Kurzbeschreibung in den folgenden Sprachversionen verfügbar: English, Français, Español, Italiano, Nederlands עברית, Ελληνικά
Detaillierte Informationen

Logo ERN: erstellt/empfohlen von ERN Logo FSMR: erstellt/empfohlen von FSMR

Allgemeine Öffentlichkeit
Artikel für die allgemeine Öffentlichkeit
Svenska (2017) - Socialstyrelsen
Leitlinien
Klinische Leitlinien
English (2020) - J Clin Immunol Logo ERN
English (2016) - Br J Haematol Logo ERN
Notfallleitlinien
Français (2022.pdf) - Orphanet Urgences
Leitlinien Anaesthesiologie
English (2019) - Orphananesthesia
Čeština (2019) - Orphananesthesia
Übersichtsartikel
Review-Artikel (Klinischen Genetik)
English (2023) - GeneReviews
Genetische Tests
Empfehlungen für den Gentest
English (2011) - Eur J Hum Genet
Die Dokumente dieser Website dienen nur der allgemeinen Information. Der Inhalt dieser Website ersetzt in keiner Weise eine professionelle Beratung oder Behandlung durch qualifizierte Fachleute. Die vorliegenden Informationen dürfen nicht als Grundlage für eine Diagnose oder Behandlung verwendet werden.