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Dyskeratosis congenita
Ein seltenes Syndrom aus der Gruppe der ektodermalen Dysplasien, das sich häufig mit der klassischen Trias aus Nageldysplasie, Hautpigmentveränderungen und oraler Leukoplakie präsentiert, verbunden mit einem hohen Risiko für Knochenmarkversagen (BMF) und Krebs.
ORPHA:1775
Klassifizierungsebene: Störung
Prävalenz: 1-9 / 1 000 000
Erbgang: Autosomal-dominant, Autosomal-rezessiv, X-chromosomal-rezessiv
Manifestationsalter: Jugendalter, Erwachsenenalter, Kindesalter, Kleinkindalter, Neugeborenenzeit
Die genaue Prävalenz der Dyskeratosis congenita (DC) ist nicht bekannt. Weltweit sind mehr als 400 Familien beschrieben.
DC zeigt ein breites phänotypisches Spektrum mit variablem Krankheitsbeginn. Es manifestiert sich klassischerweise in der Kindheit mit der Trias aus dysplastischen Nägeln, netzförmiger Hyperpigmentierung und Atrophie der Haut im Bereich des Halses und der oberen Brust sowie oraler Leukoplakie. Die Patienten haben ein hohes Risiko für ein progressives Knochenmarksversagen und können in jedem Alter ein myelodysplastisches Syndrom oder eine akute myeloische Leukämie entwickeln (das Risiko steigt mit dem Alter). Es besteht zudem ein erhöhtes Risiko für solide Tumore, typischerweise Plattenepithelkarzinome des Kopfes und Halses oder Anogenitalkrebs. Weitere klinische Befunde wurden berichtet und umfassen: Entwicklungsverzögerung, Kleinwuchs, Mikrozephalie, Blepharitis, Epiphora, Parodontalerkrankung, Taurodontismus, vermindertes Zahnkronen/Wurzel-Verhältnis, Ösophagusstenose, Urethrastenose, Osteoporose, avaskuläre Nekrose von Femur und/oder Humerus, vorzeitiges Ergrauen der Haare/Alopezie oder abnorme Wimpern. Patienten mit DC können auch Lungenfibrose, pulmonale arteriovenöse Fehlbildungen, gastrointestinale Teleangiektasien und Lebererkrankungen entwickeln. Es ist wichtig zu beachten, dass die klinischen Merkmale der DC mit der Zeit fortschreiten und dass möglicherweise nicht alle Merkmale, einschließlich der mukokutanen Triade, vorhanden sind.
DC wird durch Keimbahnmutationen in Genen verursacht, die für die Telomerbiologie wichtig sind. De novo-Fälle kommen ebenfalls vor. Die X-chromosomal-rezessive DC ist auf Mutationen in DKC1 (Xq28) zurückzuführen. Die mit DC assoziierten autosomal-dominanten Gene sind TERC (3q26.2), TERT (5p15.33), TINF2 (14q12), RTEL1 (20q13.3), PARN (16p13.12) und ACD (16q22.1). Zu den autosomal-rezessiven Genen gehören TERT (5p15.33),NHP2 (5q35.3), NOP10 (15q14-q15), RTEL1 (20q13.3), WRAP53 (17p13.1), ACD (16q22.1). Mutationen in den Genen i>CTC1 (17p13.1), POT1 (7q31.33) und STN1 (10q24.33) sind seltene Ursachen für DC.
Die Diagnose sollte in Betracht gezogen werden, wenn mindestens 2 Merkmale der Triade vorhanden sind oder ein Merkmal zusätzlich zu zwei anderen primären klinischen Befunden. Die klinische Diagnose kann durch einen Telomerlängentest mittels Multicolor-Durchflusszytometrie-Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (flow-FISH) und einen Gentest bestätigt werden.
Zu den Differentialdiagnosen gehören Powell-Venencie-Gordon-Syndrom, Nagel-Patella-Syndrom, autosomal-dominante Nageldysplasie, Poikilodermie mit Neutropenie, Fanconi-Anämie, Diamond-Blackfan-Anämie, Shwachman-Diamond-Anämie, idiopathische aplastische Anämie, idiopathische Lungenfibrose, Coats-Plus-Syndrom (s.jeweils dort).
Bei familiärer Vorbelastung kann eine pränatale genetische Diagnostik durch Chorionzottenbiopsie oder Präimplantationsdiagnostik zur Verfügung stehen.
Die Krankheit kann X-chromosomal-rezessiv (XLR), autosomal-dominant (AD) oder autosomal- rezessiv (AR) vererbt werden.
Das Management umfasst regelmäßige vollständige klinische Untersuchungen. Bis heute ist die hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSCT) die einzige Heilung für BMF. Eine Androgentherapie kann zuerst in Betracht gezogen werden, wenn kein verwandter Spender verfügbar ist. Die Behandlung des Krebses erfolgt mit individualisierten Chemotherapie- und Strahlentherapieschemata.
Die Lebenserwartung reicht vom Säuglingsalter bis weit in das siebte Lebensjahrzehnt. Bei etwa 40 % der Patienten tritt bis zum 40. Lebensjahr ein BMF auf. Zu den Hauptursachen der Morbidität gehören BMF, Krebs und pulmonale Komplikationen.
Aktualisiert am: August 2019 - Gutachter : Dr Sharon SAVAGE
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