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Porphyrie durch ALA-Dehydratase-Mangel
Eine Form der akuten hepatischen Porphyrie, die durch neuroviszerale Anfälle ohne Hautsymptome gekennzeichnet ist.
ORPHA:100924
Bislang wurden in der Literatur weniger als ein Dutzend Fälle beschrieben.
Die Krankheit tritt bei Kindern auf. Die Patienten leiden unter akuten neuro-viszeralen Episoden, die mehrere Wochen andauern können und sich in Form von starken Bauchschmerzen, neurologischen Störungen und psychischen Beeinträchtigungen äußern.
Die Doss-Porphyrie ist auf einen Mangel an Delta-Aminolävulinsäure-Dehydratase (ALAD, das zweite Enzym im Häm-Biosyntheseweg) zurückzuführen, der zu einer Anreicherung von Porphyrinvorläufern (Delta-Aminolävulinsäure, ALA) in der Leber führt. Der Enzymmangel ist auf Mutationen im ALAD-Gen (9q32) zurückzuführen, das für ALAD kodiert (bislang sind 9 Mutationen bekannt und exprimiert).
Die Diagnose wird auf der Grundlage einer massiven Anreicherung von ALA im Urin ohne Anstieg des PBG gestellt. Die Diagnose basiert auf der Identifizierung einer ursächlichen Mutation im ALAD-Gen.
Die Differentialdiagnose sollte akute hepatische Porphyrie (in akuten Anfallsituationen), Typ-I-Tyrosinämie und Bleivergiftung berücksichtigen.
Eine pränatale Diagnose ist bei Risikofamilien theoretisch möglich, wird jedoch nicht angeboten.
Die Doss-Porphyrie wird autosomal-rezessiv vererbt. Betroffene sind zumeist compound-heterozygot für die Mutationen. Patienten und Familien wird eine genetische Beratung empfohlen. Sie sollte auch Risikopaaren (beide Personen sind Träger einer heterozygoten pathogenen Variante) angeboten werden, um sie darüber zu informieren, dass bei jeder Schwangerschaft ein Risiko von 25 % besteht, ein betroffenes Kind zu bekommen.
Die Verabreichung von Humanhemin ist bei akuten Episoden ebenso wie eine Lebertransplantation nur begrenzt wirksam. Im Jahr 2020 wurde erfolgreich eine Behandlung mit wöchentlichen Bluttransfusionen und Hydroxyharnstoff versucht.
Bei einigen Patienten treten akute Anfälle wiederholt auf und führen zu Behinderungen, manchmal sogar zum Tod. In manchen Fällen können sie zu schweren Lähmungen führen. Die Krankheit verläuft oft progressiv.
Aktualisiert am: März 2024 - Gutachter : Dr Neila TALBI | MetabERN*
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